FRAKTUREN BEIM PFERD

Kein Pferdebesitzer wünscht sich Knochenbrüche / Frakturen beim Pferd. Knochenfrakturen werden in offene und geschlossene Frakturen unterteilt.

Bei einer offenen Fraktur sind auch Haut oder Muskeln verletzt. Teile des gebrochenen Knochens können sichtbar sein, verbunden mit Blutungen und Fleischwunden. Alle anderen Frakturen werden als geschlossene Frakturen betitelt.

Weiteren Frakturen sind Längs-. Quer-, Spiral-, oder Splitterfraktur. Es kann ein feinerer Haarriss bzw. leichte Fissur des Knochens vorliegen, sichtbar durch eine Spaltbildung im Röntgen. Bei der kompletten Fraktur liegt eine vollständige Durchtrennung des Knochens vor und evtl. eine deutliche Verschiebung der Knochenenden gegeneinander.

Je nach Anzahl der Bruchstücke gibt es:

  • Einfache Brüche (zwei Bruchstücke)
  • Mehrfragmentbrüche (drei oder mehr Fragmente / Bruchstücke))
  • Trümmerfrakturen (sieben oder mehr Bruchstücke)

Die häufigsten vorkommenden Frakturen beim Pferd sind im Bereich des:

  • Kiefers
  • Röhrbeins
  • Ellenbogengelenks
  • Fesselbeins
  • Hufbein

Mögliche Ursachen für Frakturen beim Pferd

Viele Brüche passieren in der Freizeit der Pferde beim Spiel mit Artgenossen, auf der Weide, im Offenstall durch Überanstrengung, Übermüdung, Überforderung oder Folge einer bestehenden Krankheit wie Osteomalazie oder Osteoporose.

Traumatisch bedingte Einwirkungen (Stoß- oder Schlag), aber auch länger anhaltende Entzündungen oder bestehende Tumore können bei einem Knochen zu einer Fraktur führen.  Ebenso kann es bei einem Sturz zur Fraktur kommen. Durch Überlastung kann es zur Stressfraktur / Ermüdungsfraktur kommen.

Symptome

Die Intensität der Symptome hängt von der Lokalisation ab. Frakturen beim Pferd sind in der Mehrzahl der Fälle mit starken Schmerzen verbunden, was man dem betroffenen Tier ansehen kann. Bei Frakturen am Bein oder Becken hat das Tier eine Schonhaltung mit einer deutlichen Lahmheit bis zur Bewegungsunfähigkeit. Brüche im Bereich des Beckens, des Kopfes oder der Wirbelsäule sind in der Heilungsprognose kritischer zu beurteilen.

Das Tier verweigert die Bewegungen und hat eine veränderte und flache Atmung. Sein Verhalten kann verändert sein: aggressiv, panisch – einige fangen an zu flehmen und zu zittern.

Schwellungen und Hämatome (Blutergüsse) können ein Hinweis auf eine vorliegende Fraktur sein.

Sichtbare Knochenstrukturen und – enden, meist blutend und mit verletztem Gewebe umgeben („Fleischwunden“)

Sichtbare und von der Norm abgewinkelte Stellung des Knochens oder Gelenkes

Abnorme Beweglichkeit eines Knochens oder Gelenkes

Komplikationen von Frakturen beim Pferd

Verletzung von Strukturen

Bei Verletzungen der inneren Organe, starken Blutungen, einem Bruch im Bereich des Kopfes, der Wirbelsäule oder der Rippen kann es zu Lebensgefährlichen Ausmaßen kommen.

Bei einer Gelenksbeteiligung besteht die Frage, ob die volle Funktion zurückerlangt werden kann

Entzündungen oder offene Wunden können die Heilung verzögern.

Selbst wenn Brüche – z.B. im Bereich der Hüfte – wieder zusammengewachsen sind, kann es im weiteren Verlauf zu chronischen Schmerzen und Steifigkeiten oder Fehlstellungen kommen. Aber oft findet unser Vierbeiner eine andere Möglichkeit für einen sinnvollen Lebenszweck.

Die Belastungsrehe ist eine häufige Komplikation nach einem Beinbruch, da das Pferd durch Schonhaltung den gegenüberliegenden Huf vermehrt belastet.

Erstversorgung

Tierarzt rufen. Das Tier nicht mehr bewegen, bei geschlossenen Brüchen am Beim evtl. eine Schiene oder kalte Umschläge /Polsterung anlegen. Starke Blutungen durch Kompression unterbinden. Bleiben Sie bei Ihrem Tier und geben Sie ihm mentale Sicherheit. Es braucht Sie.

Therapien und Behandlungsansätze

Frakturen beim Pferd können ohne Operation oder operativ behandelt werden. Für welche Methode sich der behandelnde Tierarzt ist individuell unterschiedlich. Sie hängt von Art und Lokalisation des Bruches, vom Alter, dem Gesundheitszustand des Pferdes und weiteren Faktoren ab. Ebenso die Prognose zur Heilung.

Bei der chirurgischen Versorgung eines Bruches stehen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung, die auch bei Menschen angewendet werden. Beim Aufstehen nach der Narkose sorgt eine gepolsterte Box und evtl. ein Lifter für die nötige Sicherheit.

Kräuter, Mineralien, Homöopathie, Magnetfeldtherapie und Bachblüten haben sich bewährt, um die Knochenheilung und Regeneration nach einer Fraktur zu unterstützen.

Massagen und Einreibungen und Physiotherapie haben in der Heilungs- und Aufbauphase eine wichtige Bedeutung, um die Muskeln zu kräftigen und zu trainieren und den normalen Bewegungsablauf wiederherzustellen

Pferde sind Bewegungs-, Herden- und Fluchttiere. Deshalb kann man Frakturen nicht grundsätzlich vorbeugen. Eine angepasste Fütterung von Mineralstoffen kann die Knochenstruktur festigen.

Vernünftiges und umsichtiges und angepasstes Training kann Überlastungen vermeiden.

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